S.O.S. Eisbär



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Eisbär-Schönbrunn_2008




Der Eisbär:

Wissenschaftlicher Name (Ursus maritimus), auch Polarbär, ist eine Raubtierart aus der Familie der Bären (Ursidae). Er bewohnt die nördlichen Polarregionen und ist eng mit dem Braunbären verwandt. Er gilt neben dem Kodiakbären als das größte an Land lebende Raubtier der Erde.


Der Eisbär ist der einzige fast ausschließlich Fleisch fressende Bär.
Die meisten hocharktischen Eisbären halten sich das ganze Jahr über an den Küsten oder auf dem Meereseis auf, um dort Robben zu jagen.
Eisbären sind tagaktiv und vor allem während des ersten Tagesdrittels in Bewegung.Etwa 66 Prozent ihrer Zeit verbringen sie jedoch schlafend, ruhend oder auf Beute lauernd.
Zur Nahrung von Eisbären zählen außer Robben und jungen Walrossen auch Kleinsäuger, etwa Erdhörnchen, Lemminge und Wühlmäuse, sowie Vögel, Vogeleier und Fische.

Größe und Gewicht:

Erwachsene männliche Eisbären erreichen im Durchschnitt eine Kopf-Rumpf-Länge von 2,40 bis 2,60 Metern.Das Gewicht variiert zwischen 300 und 800kg.

Fell und Haut:

Das gelblich-weiße Fell stellt in eisigem Umfeld eine Tarnung dar. Es ist zudem sehr dicht, ölig und Wasser abweisend.Die äußeren Fellhaare des Eisbären sind hohl, was zusätzlich zur dicken Fettschicht für eine hervorragende Wärmedämmung sorgt.

Körperbau und Gang:

Die Eisbären fallen durch einen langen Hals und einen relativ kleinen, flacheren Kopf auf.Die Augen sind verhältnismäßig klein.
Wie die meisten Bären besitzen Eisbären 42 Zähne, und wie alle Bären sind sie Sohlengänger.Die Hintertatzen dienen beim Schwimmen als Steuerruder.

Sinne:

Der Geruchssinn wie auch der Gehörsinn der Eisbären ist ungewöhnlich gut ausgebildet.
Eisbären sind wie alle Bären Einzelgänger, Mütter mit ihren Jungen ausgenommen.
Eisbären sind sehr gute Schwimmer, jagen jedoch üblicherweise nicht im Wasser nach Beute. Schwimmend können sie mehr als fünf Kilometer in der Stunde zurücklegen und als Langstreckenschwimmer Entfernungen von 65 Kilometern und mehr überwinden. Tauchgänge von zwei Minuten bereiten ihnen keinerlei Schwierigkeit; die Tauchtiefe beträgt aber selten mehr als zwei Meter.
In zoologischen Gärten lassen sich Eisbären gut halten. Sie passen sich auch wärmeren Umgebungen an, solange sie ausreichend Wasser und Badegelegenheiten haben.
Andere natürliche Feinde kennt der Eisbär nicht. Seine Körpermasse und Kraft bringen auch Wölfe undTiger in Verlegenheit.


Fortpflanzung

Die Zeit von der Befruchtung bis zur Geburt beträgt etwa acht Monate. Allerdings kommt es erst Ende August, Anfang September zur Einnistung des Eies und damit zu einer zwei bis drei Monate dauernden eigentlichen Tragzeit.Die Geburt der Bären erfolgt dann zwischen November und Januar, also im Winter.Der Wurf besteht aus einem bis (äußerst selten) vier, überwiegend jedoch zwei etwa kaninchengroßen, bei der Geburt sehr fein behaarten, zunächst noch blinden und tauben Jungen von 400 bis 900 Gramm Gewicht.Eisbären werden mit etwa fünf bis sechs Jahren geschlechtsreif.
Das potentielle Höchstalter von Eisbären in freier Natur wird auf 25 bis 30 Jahre geschätzt, in menschlicher Obhut können sie 45 Jahre alt werden.

Bedrohungen und Schutz


Im 20. Jahrhundert intensivierte sich die Bejagung aufgrund der kommerziellen Nutzung aller Körperteile, vor allem aber aus reiner Vergnügung (Trophäenjagd).Hobbyjäger zahlen für die Jagd auf einen Eisbären bis zu 30.000 Euro.
In jüngerer Zeit sind allerdings zwei weitere Faktoren für die Bedrohung der Eisbären maßgeblich geworden.
Zum einen wird durch die verstärkte Förderung von Erdöl und Erdgas in den arktischen Regionen ihr Lebensraum eingeschränkt.
Zum anderen wird befürchtet, dass die Lebensräume der Eisbären durch die globale Erwärmung generell drastisch zurückgehen werden.
Bei dem prognostiziertem Rückgang des arktischen Meereises ist zu erwarten, dass bis Mitte des Jahrhunderts 2/3 der gegenwärtigen Eisbärenpopulation verloren gehen.
Verschwindet das Meereis komplett, ist es unwahrscheinlich, dass die Eisbären als Art überleben.
Auch nach Beobachtungen der Inuit sind die Eisbären wegen der Eisschmelze im Polarmeer gefährdet. Sie ertrinken, weil das Eis auf Grund der Klimaerwärmung nicht dick genug ist. Dabei sind sie durchschnittlich 50 Kilo leichter als vor 20 Jahren.