Nach den Elefanten sind die Nashörner die größten und gewaltigsten Landsäugetiere. In prähistorischer Zeit gab es sehr viele Arten von Nashörnern, deren Blüte im Tertiär lag.

Das bekannteste prähistorische Nashorn war das Wollnashorn, welches während der Eiszeit in Europa verbreitet war. Seinen Namen verdankte es seinem dichtem, wolligen Fell.

Heute gibt es nur noch 5 verschiedene Nashornarten weltweit. In Afrika sind 2 Arten vorhanden, das Breitmaulnashorn und das Spitzmaulnashorn. Aus Asien sind noch das Panzernashorn, dass Javanashorn und das Sumatranashorn bekannt, allerdings fast ausgestorben. Das Panzernashorn und das Javanashorn verfügen nur über ein Horn, alle übrigen über 2 Hörner.

Das Spitzmaulnashorn ist heute das Nashorn mit den größten Beständen und zugleich das bekannteste, da es in vielen Zoologischen Garten ausgestellt wird.

Der Name schwarzes Nashorn ist irreführend. Er ist durch den meist dunkeln Schlamm entstanden in dem sich das Spitzmaulnashorn gern wälzt. Da der Schlamm im Lebensraum der Breitmaulnashörner sehr kalkhaltig ist, werden diese gern als weiße Nashörner bezeichnet. In sauberem Zustand besitzen beide jedoch dieselbe graue Farbe.

Nashorn Paar
Nashorn Paar

Verbreitung
Wie viele andere große Landsäugetiere sind auch die Nashörner vom Aussterben bedroht, zum einen durch den Verlust von Lebensraum verursacht durch den Menschen und zum anderen durch die Jagd auf Nashörner. Zwischen 2.000 bis 5.000 Exemplare leben noch in freier Wildbahn, zumeist in Schutzgebieten.




Spitzmaul Nashorn
Spitzmaul Nashorn

Das Spitzmaulnashorn lebt in der Übergangslandschaft zwischen der trockenen Savanne und dem Hochwald in Ost- und Südafrika, auch in Halbwüsten kann es sie überleben. Nur in den feuchten, heissen Regenwäldern sieht man Spitzmaulnashörner nie. Sie benötigen offene Wasserstellen, wo sie sich im Schlamm wälzen können, um sich vor Insekten zu schützen und kleine Wunden zu verschließen. Natürlich dienen die Schlammbäder auch der Abkühlung, da sie keine Schweißdrüsen besitzen und durch die hohe Masse bei geringer Oberfläche schnell zu Überhitzung führt. Nur in der Trockenzeit nehmen sie mit Staubbädern vorlieb. Ihre Reviere können dabei einige hundert Quadratkilometer umfassen. Sie sind sehr reviertreu, was aber auch bedeutet, dass sie nach einer örtlichen Ausrottung diese Reviere nicht wieder neu besetzten. Auch setzen bei schlechter werdenden Umweltbedingungen keine Abwanderungen in günstigere Lebensräume, zur Arterhaltung, ein.

Nashorn in Steppe
Nashorn in Steppe

Körperbau
Spitzmaulnashörner können ausgewachsen mehr als 1,5 Tonnen wiegen. Sie erreichen eine Körperhöhe von ca. 1,5 Meter und eine Körperlänge von bis zu 4 Metern. Aufgrund ihres Körperbaus wirken sie schwerfällig und träge, was aber nicht der Fall ist. Sie sind in der Lage längere Strecken zu traben und fast jedes Gelände zu begehen, sie werden dabei zwischen 40 und 50 km/h schnell. Selbst in Höhen um 3.000 Meter sind sie schon gesehen worden.


Allein durch die doppelte Körpermasse unterscheidet sich das Breitmaulnashorn erheblich vom Spitzmaulnashorn. Auch die Oberlippe ist anders geformt, bei dem Spitzmaulnashorn ist sie zu einem schmalen fingerartigen Organ verändert, welches den Unterkiefer deutlich überlappt.

Alle Nashörner besitzen eine sehr dicke Haut, die gegen Dornen und Angriffe schützt. Die graue Haut ist unbehaart und nur am Schwanzende befindet sich ein kleines Haarbüschel.


Die zwei Nasenhörner bestehen aus klebriger Hornmasse, welche aus umliegenden Hautgewebe des Nasenbeins abgegeben wird. Anders als bei anderen Hornträgern enthält das Horn keinen festen Kern und ist ein reines Hautanhangsgebilde. Die Hörner stehen in Reihe hintereinander, wobei das zweite hintere Horn sichtbar kleiner ist. Durchschnittlich 60 bis 70 cm Länge weisen die vorderen Nasenhörner auf. Die Hörner werden in erster Linie im Kampf gegen Artgenossen und nur selten gegen artfremde Angreifer eingesetzt. Im Gegensatz zu den asiatischen Nashörnern mit ihren spitzen Zähnen, besitzen die afrikanischen Nashörner neben den Nasenhörnern keine weiteren Waffen.

Wird das Horn im Kampf abgerissen, bleibt eine blutige Stelle zurück aus der ein neues Horn wächst, bei jungen Nashörnern kann es sogar ganz nachwachsen


2 Nashörner
2 Nashörner

Nashörner besitzen erstaunlicherweise nur ein schwaches Sehvermögen. Dieser Mangel wird durch ein sehr gutes Gehör und einen hervorragenden Geruchssinn ausgeglichen.

Die Füße der Nashörner besitzen 3 Zehen, von denen der mittlere Zeh besonders kräftig ausgeprägt ist.
Wird ein Nashorn verletzt, z.B. im Kampf mit einem Artgenossen, so entstehen häufig schwere und langsam heilende Wunden. In diese offenen Wunden legen sehr schnell verschiedene Insekten ihre Eier ab. Auch durch das Wälzen im Schlamm und Staub können diese Parasiten nicht vollständig bekämpft werden. Es sind Vögel, die den Nashörnern nun helfen. Eine bestimmte Starenart (Madenhacker), setzten sich auf den Rücken der Nashörner und hacken die Maden aus den Haut des Nashorns. Die Nashörner lassen die Vögel gewähren, dafür warnen die Vögel zusätzlich Nashörner bei Gefahr durch lautes aufschreien und hochfliegen.
Die Lebensdauer der Spitzmaulnashörner beträgt ca. 40 Jahre.