Bayerische Kurzohrmaus (lat. Microtus Bavaricus)

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Foto: http://www.journalistenakademie.de/dossierbeitrag.php
Naturhistorisches Museum, Wien

(12.3.2010)
Die Bayerische Kurzohrmaus ist ein österreichischer Endemit, das heißt, die Art lebt nur in Österreich, seit die deutschen Populationen ausgestorben sind. Es handelt sich um eines der seltensten Wirbeltiere Österreichs und Europas.
Die bayerische Kurzohrmaus ist eigentlich ein possierliches Tierchen: Knopfaugen, runde pelzige Ohren und ein samtiges, graubraunes Fell. Aber es hat auch ein großes Problem: Auf der Roten Liste gefährdeter Tiere ist es als ausgestorben oder verschollen aufgeführt. Rote Listen dokumentieren die existenzielle Bedrohung von Tier- und Pflanzenarten.

In den 60er-Jahren wurden zuletzt 23 Mäuse in einem Gebiet bei Garmisch-Partenkirchen entdeckt. Doch schon bald nach der Entdeckung waren die zu den Wühlmäusen gehörenden Nager wieder verschwunden – und blieben es trotz intensiver Suche auch.

Im Jahr 2004 aber geschah ein kleines Wunder: Einer österreichischen Biologin vom Naturhistorischen Museum in Wien, gelang es im Tiroler Rofan-Gebirge, einige dieser seltenen Exemplare aufzuspüren. Es wurden schon in den 70er-Jahren einige Tiere gefunden und ins Wiener Museum gebracht. Doch war lange nicht sicher, ob es sich wirklich um die Bayerische Kurzohrmaus handelt. Dies wurde erst 2001 durch Gentests geklärt. Dieser überraschende Fund grenzt an eine Sensation. Es ist wirklich extrem selten, dass eine als ausgestorben geltende Säugetierart wiederentdeckt wird, noch dazu eine endemische. In der Tat gibt es nur zirka zehn Säugetierarten, die in Mitteleuropa endemisch sind, also nirgendwo sonst existieren.